Die zum 31. März 2025 ausgelaufenen Jagdpachtverträge für die Reviere in Bretten und den Stadtteilen wurden nach zwölf Jahren neu vergeben.
Auf Wunsch des Kreisjagdamtes wurde der Tagesordnungspunkt nicht wie ursprünglich von der Stadtverwaltung geplant, im öffentlichen, sondern im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung beraten und entschieden.
Die Stadt Bretten hat sich bewusst bei der Neuverpachtung für eine Direktvergabe der Jagdbögen entschieden. „Es war uns besonders wichtig, erfahrene und verlässliche Jagdpächter zu gewinnen, die mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sind und über Jahre hinweg ihre Kompetenz unter Beweis gestellt haben. Gleichzeitig müssen wir den Vierklang von Jagd, Forst, Landwirtschaft und Naherholung in den Mittelpunkt stellen, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten“, betont Oberbürgermeister Nico Morast.
Nahezu alle bisherigen Jagdpächterinnen und Jagdpächter haben sich erneut beworben und konnten bei der Vergabe berücksichtigt werden. Ergänzend wurden vier neue Pächter aufgenommen. Eine enge Abstimmung mit dem Hegeringleiter stellt sicher, dass sowohl jagdliche als auch naturschutzfachliche Belange Berücksichtigung finden. Wesentliche Vergabekriterien waren die nachweisbare Jagderfahrung sowie eine mehrjährige Jagdausübung in einem Brettener Revier mit Begehungsschein. Insgesamt gibt es 17 Jagdbögen, davon 15 mit Eigenjagdbezirk. Ab dem 1. April 2025 steigt die Zahl der Jagdpächter auf 32.
Ein zentraler Aspekt der neuen Jagdverträge war die Entscheidung der Stadt, die Pachtzinsen nicht zu erhöhen. Ausschlaggebend hierfür sind die zunehmende Frequentierung des Waldes durch Freizeitsportler und Spaziergänger sowie die steigenden Wildschäden durch Schwarzwild. Die Stadt anerkennt die wachsenden finanziellen Belastungen der Jagdpächter, insbesondere durch Maßnahmen zur Wildschadensverhütung und zur Förderung eines klimaresilienten Waldumbaus.
Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie stärkt langfristig die Biodiversität, erhöht die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegen extreme Wetterereignisse und trägt zur Anpassung an den Klimawandel bei.
Die Wildschadensermittlung erfolgt weiterhin gemeinsam durch Pächter und Verpächter. Die Jagdpächter tragen 50 % der Materialkosten für Wildschutzmaßnahmen, jedoch maximal in Höhe ihres jährlichen Pachtzinses, um eine übermäßige finanzielle Belastung zu vermeiden. Zudem bleibt das Auftragen von Verbiss- und Fegeschutzmitteln sowie Einzelschutzmaßnahmen weiterhin in zumutbarem Rahmen in der Verantwortung der Pächter. Diese Maßnahmen leisten einen entscheidenden Beitrag zur natürlichen Waldverjüngung und sichern die Entwicklung eines klimaresilienten Waldes.
Trotz unterschiedlicher Interessen konnte eine faire und wirtschaftlich ausgewogene Vertragslösung gefunden werden. Die neue Regelung schafft Planungssicherheit und fördert ein konstruktives Miteinander zwischen Jagdpächtern, Forstverwaltung und Landwirtschaft. Gleichzeitig wird eine nachhaltige Waldentwicklung unterstützt, die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Belange in Einklang bringt.
Die Stadt dankt allen Pächtern für ihr Engagement und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den neuen und bestehenden Jagdpächtern. Die Stadtverwaltung freut sich, dass die Jagd in der Region auch künftig verantwortungsvoll und im Einklang mit den örtlichen Bedürfnissen durchgeführt wird.
Veröffentlicht am 03.04.2025